KreisRunde – der Blog

Eine Fan-Fiction

von Benjamin Göppert, 10b

Während die ganze Welt aufgrund von Corona in Quarantäne sitzt, kämpft ein kleiner Mann mutig gegen dieses Virus. Selten gab es einen so eindrucksvollen Kampf – das letzte Mal als die Orks Moria überfallen haben, doch das war vor vielen Zeitaltern.

Diesmal kämpft ein Hobbit namens Armin „Bilbo“ Lasset dafür, dass wir in den Pfingstferien doch noch an den Ballermann fliegen und im Sommer in Chlor schwimmen dürfen. Doch er kämpft nicht mit Waffengewalt, sein Aussehen lässt jedoch alle Gegner sicher sein, dass er auch davor nicht zurückschrecken würde. Nein, er kämpft mit seinen eiskalten Worten, klugen Berechnungen und ausschließlich richtigen Einschätzungen.

Dabei sah seine Ausgangslage alles andere als rosig aus: In dem von ihm regierten Lande gab es anfangs gleich zwei Katastrophen am Heinsberg. Nicht nur, dass ein tödliches, unbekanntes und hoch ansteckendes Virus die Runde machte, auch ein Gräuel mit dem Namen „Karneval“ ging um, eine gute Gelegenheit für Überzucker, Alkoholismus, schlechten Humor und sexuelle Belästigung. Und darauf freuen sich Menschen . . .

Na ja, weiter im Text: Es folgten strenge, nationale Kontaktbeschränkung. Viele Menschen denken bis heute fälschlicherweise, dass die Zahl der Erkrankten aufgrund von diesen Beschränkungen zurückging; das ist aber falsch. In Wirklichkeit schaffte es Bilbo Lasset das Coronavirus ausfindig zu machen (seit seiner Zeit bei den Pfadfindern ist er richtig gut im Finden von Dingen, die andere oftmals übersehen) und durch seine makabere Art das Virus in Angst und Schrecken zu versetzen, sodass es schließlich zu Verhandlungen bereit war. Bei Bilbo handelt es sich aber nicht um einen der gewöhnlichen Virologen, von denen es in Deutschland rund 80 Millionen gibt, sondern um einen wirklichen Experten: Schon seit Jahren hilft der Hobby-Mediziner umweltschädlicher Industrie mit Hilfspflastern, damit diese sich nicht anpassen müssen.

In der hart umkämpften, geheimen Abmachung zwischen Bilbo Lasset und Covid-19, die der KreisRunde exklusiv vorliegt, erreichte Bilbo, dass Covid-19 sich schon jetzt aus Europa zurückzieht, obwohl es noch keine Impfung gibt, und stattdessen in anderen Regionen der Welt wütet. Bilbo hingegen sorgt dafür, dass möglichst alle Menschen in Europa viel Kontakt zu möglichst vielen anderen Menschen haben, sodass das Virus, sollten Bilbo Lassets Umfragewerte sinken, nochmals mit einer zweiten großen Welle wiederkehren kann.

 

 

 

Was passiert jetzt mit uns?

von Benjamin Göppert, 10b

Die Kultusministerien haben sich untereinander abgesprochen und wider dem Vorschlag Schleswig-Holsteins entschieden, dass die K2 ihr Abitur schreiben muss, wenn auch ein bisschen später als geplant. Jetzt, da jetzt ja geklärt ist, dass die diesjährige K2 (in anderen Bundesländern 13. Klasse) halt einfach ziemlich viel Pech gehabt hat, würde mich ja mal interessieren, wie es mit dem Rest von uns weitergeht. Dass noch nicht bekannt ist, wann die Unter- und Mittelstufe zur Schule darf/muss, finde ich sehr verständlich. Das lässt sich bis jetzt nicht absehen – da möchte ich auch niemandem etwas vorwerfen.

Meine Sorge ist, dass von uns, insbesondere der K1 und der 10. Klasse, in der restlichen Oberstufe und dem Abitur so viel verlangt wird, wie ursprünglich geplant war. Bis jetzt habe ich noch nichts von Änderungsvorschlägen mitbekommen, wobei ich, ehrlich gesagt, auch nicht abschätzen kann, ob es einfach noch zu früh ist oder ob es nicht geändert werden soll. Fakt ist jedoch, dass der Stoff, dieses Schuljahres in wohl kaum einem Fach komplett fertig wird. Das nachzuholen ist vor allem in der K1 und der 10. Klasse kaum mehr möglich. Dank der national bewunderten G8-Reform werden schon in  normalen Jahren die gesteckten Ziele kaum erreicht und rücken unter diesen Umständen wöchentlich in immer weitere Ferne.

Es ist äußerst fraglich, ob in diesem Jahr 2020 überhaupt noch ansatzweise normaler Unterricht und Schulbetrieb stattfinden kann. Meiner Einschätzung nach geht es erst im Jahr 2021 langsam wieder in Richtung Normalität. Dann werden wir ein Jahr hauptsächlich digitalen Unterricht gehabt haben. Ohne die Schulleitung, die Lehrer*innen oder die Schüler*innen dafür kritisieren zu wollen, aber der Online-Unterricht klappt nur so semi. Auch wenn alle ihr Bestes geben, kann diese Form den analogen Unterricht nicht aus dem Stand ersetzen. Deswegen können die bisherigen Ziele meiner Meinung nach nicht erreicht werden. Ich hoffe sehr stark, dass das die Kultusministerien einsehen und ändern werden.

 

 

 

Corona-Tage

von Marlene Neidlinger, 10b

 

Der Wecker klingelt mittags schrill,

Drum mach ich erstmal mehr Netflix und chill.

 

Ich gehe seit 10 Tagen nicht mehr raus,

Darum stinke ich schon wie ‘ne tote Maus.

 

Um 15 Uhr geh ich zum ersten Mal pinkeln,

Es überkommt mich mein Gewissen – im stillen Winkel.

 

Jetzt muss ich erstmal auf Moodle gucken,

So viele Aufgaben! Ich muss gleich spucken!

 

Warum hab ich nach 30 Minuten noch nichts gemacht?

Na klar – meine Motivation ist schon längst nicht mehr da!

 

Mein Ehrgeiz wird von meiner Faulheit gehindert,

Was meinen Lernprozess erheblich vermindert.

 

Das Zeitgefühl sagt schon längst adiós,

Abends treff ich auf Houseparty meine amigos.

 

Ich beende das Gedicht, es mangelt am Reim,

Und hocke zurück ins Bett mich rein.

 

Jeder Tag ist ziemlich same,

Man ist das Ganze langsam lame.

 

Corona kommt, Corona geht,

Aber Apache bleibt gleich!

 

 

 

„coronafrei“ . . .

Von heute auf morgen zu Hause

von Sophia Grethler, 10b

Die ersten Tage war es noch sehr ungewohnt. Keinen hat es gestört, wenn man ausgeschlafen hat und sich erst später an die Aufgaben gesetzt hat – dementsprechend schwer war es auch, sich selbst zu motivieren, für die Schule zu arbeiten. Allerdings hat sich bei mir mit der Zeit eine Art Rhythmus beziehungsweise eine Tagesstruktur gebildet. Diese hat es mir erleichtert, mich zu motivieren und die fest eingeplante Zeit auch wirklich zum Lernen zu nutzen. Ebenso haben mir Abgabefristen geholfen, die Aufgaben wirklich zu erledigen. Teilweise hat aber genauso das gute Wetter dafür gesorgt, dass ich meinen Stundenplan größtenteils zu Hause weitergeführt habe und so auch mal einen freien Nachmittag genießen konnte.

Eine mitunter die größte Schwierigkeit war für mich mein Handy. Zwar habe ich es beiseitegelegt, aber das Gefühl, dass niemand mir jetzt das Handy abnehmen könnte und ich ohne Probleme einfach schnell noch social Media checken und mit ein paar Leuten chatten könnte, ist doch schon sehr verlockend. Dasselbe ist mir noch mit anderen Dingen aufgefallen – kein Unterricht bedeutet ja in gewisser Hinsicht auch, dass keiner wirklich kontrollieren kann, ob ich die Aufgaben jetzt mache oder die Zeit stattdessen mit Netflix oder dergleichen verbringe. Besonders vor den Osterferien wurde es zunehmend schwieriger, sich aufzurappeln und für die Schule zu lernen.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich die Schule in gewissen Bereichen extrem vermisse. Zum Beispiel die Mitschüler und die Klassengemeinschaft. Das Lernen alleine ohne Lehrer war anfangs erstmal etwas komisch. Aber nach einiger Zeit hatte ich mich auch daran gewöhnt und es störte mich nur noch wenig. Fest steht, ich konnte mich zu Hause deutlich besser konzentrieren und auch viel zügiger arbeiten – in meinen Augen ist das auch der größte Vorteil vom selbständigen Lernen zu Hause. Aber wie sieht es mit dem Lernerfolg aus? Ich kann nur für mich sprechen, wenn ich behaupte, dass ich in etwa genauso gut zu Hause gelernt habe wie in der Schule. Allerdings haben mir Unterrichtsgespräche und Diskussionen gefehlt, um mich auch mit anderen Meinungen als den meinigen auseinanderzusetzen. Teilweise hat mir aber auch gefehlt, dass mir jemand etwas erklärt und ich mir nicht alles selbst erarbeiten muss.

Wenn mich jemand fragen würde, was ich aus der Zeit bisher mitnehme, wäre meine Antwort: Selbstständigkeit, Zeitmanagement und Verantwortung zu übernehmen.